LevelDVD - DVD-Review von Frank Schmöe - 23. Juni 2004

 

Film: 3,5 von 5 Punkten

"State of Emergency" ist keine Großproduktion und musste ohne großes Budget auskommen. Das man trotz beengter Mittel dennoch etwas wirklich sehenswertes produzieren kann, hat das Team um den Regisseur Oliver Hummell mit diesem Film eindrucksvoll bewiesen. Neben den Darstellern, die trotz ihrer fehlenden Erfahrung vor Kameras einen erstaunlich guten Job machen, ist der ehemaligen Regierungsbunker Marienthal bei Bonn der Hauptdarsteller des Films. Dieses Bauwerk ist ein Relikt aus der Zeit des "Kalten Krieges" und sollte der Bundesregierung ein sicherer Ort zur Aufrechthaltung der politischen Handlungsfähigkeit sein. Bevor das 110 Meter unter der Erde liegende Gebäude seine Pforten für immer schloss, konnte Oliver Hummel seinen düsteren Thriller in den kilometerlangen Gängen und zahllosen kargen Räumen drehen. Die dadurch erzeuge Atmosphäre macht einen Großteil der beklemmenden Gefühle von "State of Emergency" aus. Weiterhin setzt Hummell geschickt und punktgenau gesetzte Schockeffekte ein, um beim Zuschauer ein Unbehagen zu erzeugen. Bis kurz vor dem Ende des Films ist "State of Emergency" auf einem hervorragenden Weg und erweckt nie den Eindruck einer Mini-Produktion. Wirkliche schwächen in der Story sind kaum auszumachen und die Erzählweise kann durchaus gefallen. Leider kommt "State of Emergency" mit einem etwas zu profanen Ende daher. Hier liegt der einzig zählbare Kritikpunkt der Produktion. Etwas mehr Phantasie im Abschluss hätte den Gesamteindruck noch weiter steigern können. Dennoch ist "State of Emergency" ein kleines Meisterwerk und lässt einen für die Zukunft hoffen, mehr von dem Team um Regisseur Oliver Hummell zu sehen.

Weitere Infos zum Film und den Machern: www.state-of-emergency.de

 

Bild: 3,5 von 5 Punkten

Das Bild von "State of Emergency" ist durch die Verwendung von DV Kameras etwas arm an Details, im Vergleich zu ähnlichen Produktionen aber noch relativ gut. Die Farbgebung ist hingegen schön knackig und natürlich. Der Kontrast ist befriedigend und nur helle Flächen neigen zuweilen etwas zum Überstrahlen. Die Bildschärfe geht ebenfalls in Ordnung und ist in Anbetracht des Aufnahmesystems mit relativ geringer Auflösung recht ordentlich ausgefallen. Fehler im Bild werden weitgehend vermieden und so ist in seltenen Fällen ein leichtes Blockrauschen zu erkennen.

 

Ton: 3,5 von 5 Punkten

Der Ton von "State of Emergency" ist für eine Low-Budget Produktion sehr gut und wirkt überaus professionell. Besonders der Music-Score sorgt für eine angenehme Weite im Klangbild. Die Stimmen hingegen kommen trotz des 5.1-Tons zumeist aus dem Center. Die Verständlichkeit ist dennoch gewährleistet und es kommt somit zu keinen schwerwiegenden Verständigungsproblemen mit den Schauspielern, wenn auch stellenweise ein etwas klarer verständlicher Dialog zuweilen wünschenswert gewesen wäre. Dieser Umstand sorgt aber nicht dafür, dass einem der Spaß an dem Film verdorben wird. In Anbetracht der verfügbaren Geldmittel gibt es deshalb auch keinen begründeten Grund zur Kritik am Ton. So manche größere Produktion hinterlässt einen weniger guten Eindruck.

 

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